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Bereits gestellte Fragen

Kann der Arbeitgeber bereits erteilten Urlaub widerrufen?

Frage:
Unser Arbeitgeber hat einer Kollegin bereits Anfang des Jahres Urlaub während der großen Ferien genehmigt. Sie hat bereits einen entsprechenden Urlaubsantrag eingereicht. Er hat die Genehmigung erteilt. Die Kollegin hat ihren Urlaub inzwischen auch gebucht. Nun ist unserem Arbeitgeber aufgefallen, dass während der Ferien z. T. zu viele Kollegen gleichzeitig in Urlaub sind. Deshalb möchte er den Urlaub widerrufen. Darf er das?

Urteilsdienst für den Betriebsrat:
Hat Ihr Arbeitgeber den Urlaub einmal offiziell gewährt und wurde die genaue Zeit der Freistellung konkretisiert, darf er ihn nicht einseitig widerrufen.
Da das in dem von Ihnen geschilderten Fall so zu sein scheint, kann er die Kollegin nicht zwingen, auf ihren Urlaub zu verzichten.
Sie kann deshalb mit aller Härte auf die Einhaltung des Urlaubs bestehen.
Als Betriebsrat sollten Sie sie dabei unterstützen. Zudem: Als Betriebsrat bestimmen Sie beim Thema Urlaub mit (§ 87 Abs. 1 Nr. 5 Betriebsverfassungsgesetz).

Damit so etwas im kommenden Jahr nicht wieder passiert, sollten Sie überlegen, den Urlaub nächstes Jahr mittels Urlaubsliste frühzeitig zu planen.

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Welche Aufgaben hat unser Betriebsarzt genau?

Frage:
Wir – also der Betriebsrat und auch unsere Kolleginnen und Kollegen – sind mit dem Betriebsarzt zufrieden. Aber wir wissen nicht genau, welche Aufgaben der Betriebsarzt eigentlich hat. Können Sie uns helfen?




Arbeitsschutzpraxis für Betriebsräteaktuell:
Gern gebe ich Ihnen Auskunft.

Ihr Betriebsarzt hat die folgenden Aufgaben:

1. Beratung bei der Planung, Ausführung und Unterhaltung von Betriebsanlagen
Eine Aufgabe des Betriebsarztes ist es, die Planung von Neu- und Umbauten zu unterstützen. Denn er soll im Fall solcher Veränderungen besonders auf die ergonomische Gestaltung der Arbeitsstätten und Arbeitsplätze achten. Es geht darum, die Akustik, Beleuchtung, das Klima sowie die Raumgröße aus arbeitsmedizinischer Sicht sinnvoll zu gestalten. Gleiches gilt für die Gestaltung der Sanitär- und Aufenthaltsräume.

2. Beratung bei der Beschaffung von technischen Arbeitsmitteln
Sollen Büromöbel, PCs oder Drucker neu gekauft werden, ist die Meinung des Betriebsarztes ebenfalls gefragt. Sofern bestimmte Produkte Gefahrstoffe enthalten, berät er den Arbeitgeber über die möglichen Gesundheitsgefahren.

3. Betriebsbegehungen
Damit der Betriebsarzt die Arbeitsstätten aus arbeitsmedizinischer Sicht gut beurteilen kann, stehen zudem Betriebsbegehungen auf dem Plan.
Denn durch die Inaugenscheinnahme kann er Gesundheitsgefahren häufig schneller erkennen. Grundsätzlich sollten Sie sich um ein gutes Verhältnis zum Betriebsarzt bemühen. Denn er kann Sie auch in Sachen Arbeits- und Gesundheitsschutz gut beraten. Bedenken Sie immer: Gemeinsam sind Sie stärker und können zum einen mehr und zum anderen stichhaltigere Argumente für Ihren Arbeitgeber sammeln!

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Was tun bei Schmerzen im Arm bei der PC-Arbeit?

Frage:
Viele unserer Kollegen arbeiten den ganzen lieben langen Tag am PC. Sie hämmern in die Tasten und klicken mit der Maus dies und das an. Gerade diese Kollegen klagen dann oft über Schmerzen im Arm.
Nur: Unser Arbeitgeber ist vorbildlich. Wir arbeiten alle mit ergonomisch geformten Mäusen. Die Tastatur kann schräg gestellt werden und wir haben alle ein Kissen zur Ablage der Arme auf dem Schreibtisch. Mehr kann unser Arbeitgeber doch nicht tun. Fällt Ihnen etwas ein?

Arbeitsschutzpraxis für Betriebsräte aktuell:
Auch ich bin ja so ein Schreibtischtäter wie Ihre Kollegen. Deswegen weiß ich genau, welche Schmerzen Sie meinen.
Mein Orthopäde hat mir Folgendes empfohlen:

• Mehr mit der Tastatur als mit der Maus arbeiten.
• Wenn möglich, ab und an von der rechten auf die linke Hand wechseln und
   wieder zurück.
• Das Mausrad nicht öfter als nötig betätigen.
• Mauspad mit einer gepolsterten Handabstützung kaufen. Aber das haben Sie 
   wohl schon?
• Ab und an den Arm ausstrecken.
• Die Hand locker hängen lassen.
• Ziehen Sie die Hand des ausgestreckten Arms mit der anderen Hand leicht 
   zum Körper hin (dabei ist ein Ziehen kurz vor dem Ellbogen zu spüren).

Tipp:
Fassen Sie die Übungen doch kurz zusammen und stellen Sie sie als Anregung ins Intranet! Dann haben alle Kollegen was davon! Grundsätzlich gilt bei Rückenschmerzen oder Armschmerzen: Wehren Sie den Anfängen. Gleich zur Gymnastik oder zum Sport und Schlimmeres kann verhindert werden. Denn werden die Schmerzen chronisch, ist oft eine langwierige Behandlung nötig!

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Darf der Arbeitgeber ein Handyverbot aussprechen?

Frage:
Da das private Telefonieren vom eigenen Mobiltelefon während der Arbeitszeit in unserem Betrieb teilweise überhandgenommen hat, plant unser Arbeitgeber nun ein Handyverbot. Ist er dazu berechtigt?





Urteilsdienst für den Betriebsrat:
Ihr Arbeitgeber darf auf Grund seines Weisungsrechts den Gebrauch von Mobilfunktelefonen grundsätzlich einschränken und unter Umständen auch ganz verbieten.
Was Ihr Arbeitgeber im Einzelfall untersagen darf, hängt letztlich von den Vereinbarungen im Arbeitsvertrag ab.
Ihr Arbeitgeber kann durch seine Weisungen den Inhalt der Arbeitspflicht konkretisieren.
Die Art und Weise des Handyverbots hängt zudem von der Frage ab, wie schutzwürdig die Interessen Ihres Arbeitgebers sind. Es ist dabei aber durchaus vertretbar, wenn Ihr Arbeitgeber die private Handynutzung während der Arbeitszeit ganz verbietet. Und zwar vor allem unter dem Aspekt, dass Ihr Arbeitgeber Ihre Kollegen für ihre Arbeit bezahlt.

Tipp:
Will Ihr Arbeitgeber die Handynutzung aus Sicherheitsgründen verbieten, z. B. um sicherzustellen, dassnicht aus Unachtsamkeit Unfälle passieren, überzeugen Sie ihn, die Handynutzung während der Pausen Ihrer Kollegen weiterhin zuzulassen.
Die Art und Weise des Handyverbots hängt zudem von der Frage ab, wie schutzwürdig die Interessen Ihres Arbeitgebers sind. Es ist dabei aber durchaus vertretbar, wenn Ihr Arbeitgeber die privateHandynutzung während der Arbeitszeit ganz verbietet. Und zwar vor allem unter dem Aspekt, dass Ihr Arbeitgeber Ihre Kollegen für ihre Arbeit bezahlt.

Tipp:
Will Ihr Arbeitgeber die Handynutzung aus Sicherheitsgründen verbieten, z. B. um sicherzustellen, dass nicht aus Unachtsamkeit Unfälle passieren, überzeugen Sie ihn, die Handynutzung während der Pausen Ihrer Kollegen weiterhin zuzulassen.